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Gesundheit
Oberösterreich
03. Januar 2019

„Gesundheitsberufe sind superspannend und sinnstiftend!“

Mit dem Bachelor-Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege vereint die FH Gesundheitsberufe OÖ nun fast alle nicht-ärztlichen Ausbildungen im Gesundheitsbereich unter einem Dach. Auch über ein weiteres Master-Studium im Bereich der Gesundheitswissenschaften wird bereits nachgedacht, verrät Geschäftsführerin MMag.a Bettina Schneebauer.

Kräftig gewachsen ist heuer die FH Gesundheitsberufe OÖ: Der Start des Studiengangs Gesundheits- und Krankenpflege im Wintersemester 2018/19 brachte 340 neue Studierende pro Jahr und zwei zusätzliche Standorte (neben Linz, Wels und Steyr jetzt auch Ried und Vöcklabruck). Acht Jahre nach ihrer Gründung ist die Fachhochschule heute für die Ausbildung aller wesentlichen nicht-ärztlichen Gesundheitsberufe zuständig. Das Angebot an Bachelor-Studien reicht von Biomedizinischer Analytik, Diätologie und Radiologietechnologie bis zu Ergo- und Physiotherapie, Logopädie und Hebammen.

„Das ist für uns ein Riesenschritt und organisatorisch schon auch eine Herausforderung“, sagt Geschäftsführerin Bettina Schneebauer. Schließlich wird die FH im Vollausbau mit drei Jahrgängen rund 1000 Gesundheits- und Krankenpflege-Studierende betreuen – mehr als in allen anderen Studiengängen zusammen. Die Akademisierung der Pflege, verankert im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz, hält die FH-Leiterin für einen notwendigen und richtungsweisenden Schritt.

Chancen noch bekannter machen

Im ersten Jahrgang des neuen Pflege-Studiums sind rund 80 Prozent der Studienplätze belegt – „das ist durchaus erfreulich“, meint Bettina Schneebauer. Die meisten Bewerbungen gibt es im oberösterreichischen Zentralraum, während etwa im Innviertel und im Salzkammergut noch „Luft nach oben“ ist. Umso wichtiger sei es, diese neue Ausbildung gerade auch in ländlichen Regionen noch bekannter zu machen. „Wie alle Gesundheitsberufe, für die wir an der FH ausbilden, ist auch die Pflege superspannend und sinnstiftend, und sie bietet eine Riesenpalette an Möglichkeiten“, betont Bettina Schneebauer.

Und: Mit dem Bachelor ist längst nicht Schluss, auch nicht an der FH Gesundheitsberufe OÖ. Zu den beiden Master-Studien „Management for Health Professionals“ und „Hochschuldidaktik für Gesundheitsberufe“ ist seit Herbst ein drittes hinzugekommen: „Applied Technologies for Medical Diagnostics“, ein Joint-Masterstudiengang mit der benachbarten FH Oberösterreich, an der Schnittstelle von Technik, Naturwissenschaft und Gesundheitsberufen. Technologie-betonte Studien wie dieses werden auch dazu beitragen, den Anteil der männlichen Studierenden an der FH Gesundheitsberufe – derzeit rund 15 % – weiter zu erhöhen. Er geht allerdings schon jetzt sukzessive nach oben.

Sonderausbildungen werden akademisch

Überlegungen gibt es bereits für ein weiteres Master-Studium im Bereich der Gesundheitswissenschaften. Gedacht ist dabei vor allem an ein interprofessionelles Angebot, um den hohen Stellenwert der Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen im Gesundheitswesen noch deutlicher zu machen. Erste Planungsschritte sind bereits erfolgt.

Fix ist dagegen schon jetzt, dass die bisherigen Sonderausbildungen im Pflegebereich künftig als akademische Lehrgänge am Linzer Standort der Fachhochschule erfolgen werden. Den Anfang machen im Jahr 2019 Kinder- und Jugendlichen-Pflege sowie psychiatrische Pflege; OP-, Intensiv- und Anästhesiepflege werden ein Jahr später folgen. Die Lehrgänge werden 75 ECTS umfassen und zum Akademischen Experten bzw. zur Akademischen Expertin qualifizieren.

Auch Berufsumsteigerinnen und Berufsumsteiger will die FH Gesundheitsberufe OÖ. künftig verstärkt ansprechen. Stiftungsmodelle, in Zusammenarbeit mit dem AMS und Krankenhäusern, sollen den Betroffenen während der Neuqualifizierung die notwendige Unterstützung bieten.

Wie steht die FH Gesundheitsberufe OÖ zur Diskussion um eine Pflegelehre? „Das fällt nicht in unseren Aufgabenbereich“, erklärt Bettina Schneebauer. Wichtig seien Differenzierung und Durchlässigkeit der Pflegeausbildungen, von der Pflegeassistenz bis zum gehobenen Dienst. Und wichtig sei vor allem, die Pflegeausbildungen für junge Leute so attraktiv wie möglich zu machen und auf allen Ebenen Bewusstsein dafür zu schaffen, wie zuletzt durch die gemeinsame Pflegekampagne der oö. Spitalsträger und der FH („Weil Du entscheidest, was Du bewirkst“).

Internationaler und wissenschaftlicher Fokus

Dass die Spitalsträger etwas gemeinsam auf die Beine stellen – dafür ist letztlich auch die FH Gesundheitsberufe OÖ selbst ein Beispiel: Ihre alleinigen Gesellschafter sind die drei Krankenhausträger OÖ. Gesundheitsholding, Kepler Universitätsklinikum und OÖ. Ordensspitäler Koordinations GmbH. Sie alle haben ihre jeweiligen Akademien in die FH eingebracht. „Das ist zweifellos ein Erfolgsfaktor und stellt sicher, dass die Ausbildung nahe an der Praxis erfolgt“, unterstreicht die Geschäftsführerin, die auch stellvertretende Leiterin des Hochschulkollegiums ist.

Forschung, evidenzbasierte und praxisorientierte Lehre sowie Internationalisierung sind wichtige Säulen der FH Gesundheitsberufe OÖ. So ist es erwünscht, dass Studierende ein Auslandspraktikum absolvieren, zumindest im Ausmaß von drei Monaten, weil ein ganzes Auslandssemester aufgrund rechtlicher Vorgaben in der Ausbildung manchmal schwierig umzusetzen ist. Internationaler Austausch und Kooperation werden aber auch auf Ebene der Lehrenden forciert. „Das ist mindestens ebenso wichtig für zukunftsorientierte Forschung und Lehre“, ist Bettina Schneebauer überzeugt.

Über ihr Studienangebot informiert die FH Gesundheitsberufe OÖ beim Infotag 2019 am Freitag, 18. Jänner, von 10 bis 16 Uhr an allen Standorten.

www.fh-gesundheitsberufe.at/infotag