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Gesundheit
Oberösterreich
07. Mai 2018

Leitpflöcke setzen in der oö. Gesundheits-Landschaft

Seit März 2018 ist Prim.a Dr.in Daniela Gattringer Mitglied im Landessanitätsrat von Oberösterreich. Im Ingo-Interview schildert die Linzer Fachärztin, was dessen Aufgaben sind – und weshalb man eine solche Berufung kaum ablehnen kann.

Der Landessanitätsrat – was ist das eigentlich?

Gattringer: Das ist im OÖ. Krankenanstaltengesetz ganz klar geregelt: Der Landessanitätsrat ist ein Fachgremium, das beim Amt der Landesregierung eingerichtet ist. Ihm gehören 15 Expertinnen und Experten an, wobei zu berücksichtigen ist, dass die oberösterreichische Medizinlandschaft ausgewogen repräsentiert ist. Er berät die Landesregierung und den Landeshauptmann in medizinischen und gesundheitspolitischen Fragen.

Und wie wird man dort Mitglied?

Bei mir war es so, dass mich Landessanitätsdirektor Dr. Georg Palmisano – er ist auch Vorsitzender des Landessanitätsrates – gefragt hat, ob ich diese Aufgabe übernehme. Es ging dabei um die Nachfolge von Priv.-Doz. Dr. Thomas Müller, der seine Funktion zurückgelegt hat. Die Anfrage kam für mich recht kurzfristig und einigermaßen überraschend.

Haben Sie lange überlegt?

Wenn man für geeignet gehalten wird, diesem Expertengremium anzugehören, dann nimmt man das schon als große Wertschätzung und fachliche Anerkennung wahr. Ich betrachte es daher als eine Verpflichtung, mein Fachwissen einzubringen und mich zu engagieren. Ich habe mich letztlich rasch entschieden.

Was macht der Landessanitätsrat im Einzelnen?

Die Tätigkeiten sind genau umrissen. Im Wesentlichen geht es darum, Stellungnahmen oder Empfehlungen zu Fragen abzugeben, die wiederum im Gesetz festgelegt sind. Das betrifft etwa die Besetzung von medizinischen Führungspositionen in Spitälern, also Primariaten oder Ärztlichen Direktoren. Ebenso fallen darunter z. B. Errichtungsbewilligungen von Krankenanstalten sowie die Anerkennung von Ausbildungsstätten für Fachärztinnen und Fachärzte. Die Landesregierung kann den Landessanitätsrat aber auch in anderen Angelegenheiten des Gesundheitswesens für Beratungen und Gutachten heranziehen. Über Vorschlag des Vorsitzenden kann der Rat auch selbst initiativ werden.

Wie gelangt der Landessanitätsrat zu seinen Entscheidungen?

Für jeden einzelnen Punkt wird aus dem Kreis der Mitglieder ein Referent bestellt, der sich mit dem Thema intensiv auseinandersetzt und es für das gesamte Gremium vor- und aufbereitet. Entschieden wird darüber dann per Abstimmung.

Wie oft tagt der Landessanitätsrat, und um welche Punkte wird es bei der nächsten Sitzung gehen?

Die Sitzungen finden üblicherweise monatlich statt, das kann ich gerne verraten. Mehr allerdings nicht, denn die Ratsmitglieder unterliegen der Verschwiegenheitspflicht.

Wie lange werden Sie Ihre Funktion im Landessanitätsrat ausüben?

Die Funktionsperiode des Landessanitätsrates ist grundsätzlich an die Gesetzgebungsperiode des Landtags gekoppelt. Aktuell wird sie also bis zum Jahr 2021 dauern.

Prim.a Dr.in Daniela Gattringer, MSc ist Leiterin des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern und Ärztliche Direktorin des Vinzenz Ambulatoriums.