INnovation
Gesundheit
Oberösterreich
11.06.2019

„Hier passiert coole Forschung!“

Das Projekt MEDUSA schafft eine innovative Trainings- und Planungsplattform für die Neurochirurgie. Im Interview spricht Nora Mack, Managerin des Medizintechnik-Clusters der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria, über die Projekte und Ziele von „MED UP“ und das Siegerprojekt MEDUSA.

2017 rief das Land Oberösterreich die Initiative „MED UP – Medical Upper Austria“ ins Leben. Als erste konkret sichtbare Aktivität wurde die Ausschreibung für das Leitprojekt „Medizintechnik“ im Land gestartet. Daraus ging das Projekt „Medical EDUcation in Surgical Aneurysm Clipping“ (MEDUSA) als Sieger hervor. MEDUSA schafft eine innovative Trainings- und Planungsplattform für Neurochirurginnen und Neurochirurgen. Ein hybrider neurochirurgischer Simulator soll die reale und virtuelle Welt verbinden. Dies ermöglicht es, künstlich gefertigte Patienten haptisch zu fühlen und innere, ansonsten nicht sichtbare anatomische Strukturen in Form virtueller Hologramme zu sehen.

Was waren die Ziele des Wettbewerbs der Initiative „MED UP“?

Mack: MED UP Upper Austria wurde von der Landeshauptmann-Stellvertreterin und Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander, dem ehemaligen Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Strugl als Auftraggeber und von den Vertretern der Johannes Kepler Universität, der Fachhochschule Oberösterreich und der Upper Austrian Research als Steuerungsgruppe mit dem Medizintechnik-Cluster als neutralem Koordinator ins Leben gerufen. Mit Hilfe des Siegerprojekts wird das Land Oberösterreich international für Gesprächsstoff sorgen und als Medizintechnik-Hotspot wahrgenommen werden. Wir wollen Forschung und Wirtschaft, Gesundheit und Bildung mit unseren Projekten intensiver vernetzen. Ziel ist es, die Kooperation zwischen Medizin, Wirtschaft und Forschung zu verbessern und damit den Standort Oberösterreich zu stärken. Das wird auch von Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner vorrangig unterstützt. Mir ist es besonders wichtig, alle Akteure im Gesundheitssystem des Landes einzubinden. Dazu zählt natürlich insbesondere auch das Ordensklinikum.

Gewinner der Initiative von MED UP Medical Upper Austria ist das Projekt MEDUSA – warum wurde gerade dieses Projekt ausgewählt?

MEDUSA ist ein Akronym aus dem Projektnamen „Medical EDUcation in Surgical Aneurysm Clipping“. Die Grundidee ist, eine innovative Trainings- und Planungsplattform für NeurochirurgInnen zu schaffen. Weitere Ziele des Projekts sind die Etablierung eines Simulations- und Kooperationszentrums in Oberösterreich sowie das Überführen von Kerntechnologien in zukünftige Medizinprodukte. Das fertige MEDUSA-Tool soll auch als Plattform für Unternehmen und Start-ups zur Verfügung stehen, um bereits in frühen Phasen von Produktentwicklungen deren Tauglichkeit zu simulieren.

Was sind die weiteren Projekte von MED UP?

Wir arbeiten derzeit vier konkrete Handlungsempfehlungen ab. Die erste stellte das Leitprojekt „MEDUSA“ dar. Als nächstes wollen wir einen konkreten Fahrplan entwickeln, um den Medizintechnik-Standort Oberösterreich zu pushen. Als weiteres Highlight wurde in Kooperation zwischen dem Medizintechnik-Cluster und dem Inkubator tech2b für Startups ein spezifischer „MedTech.Inkubator“ ins Leben gerufen. Dieser bietet Gründern aus dem Medizintechnik-/Life Sciences - Bereich individuelles Coaching, zielgerichtete Kontaktvermittlung und monetäre Unterstützung. Zusätzlich helfen wir unter anderem bei der Entwicklung der regulatorischen Strategie sowie eines darauf abgestimmten überzeugenden Geschäftskonzepts und bei der Einwerbung von Fördermitteln.

Welche Schwerpunkte wird MED UP in Zukunft setzen?

Unser Schwerpunkt ist und bleibt die Medizintechnik mit den Ausprägungen Digital Health und Medical Materials. Oberösterreich ist ein wichtiger Standort für die Entwicklung und Produktion von Kunst- und Werkstoffen, da gibt es sehr starke Anknüpfungspunkte. Ein weiteres Zukunftsthema ist die künstliche Intelligenz, die für die Medizin immer wichtiger wird. Außerdem findet das Thema „Virtual Reality“ immer breitere Anwendung. Erst kürzlich wurde das ClusterKooperationsProjekt „New Reality“ aus Mitteln des Landes OÖ gefördert. Dabei wurde VR eingesetzt, um die Mobilität älterer Personen zu erhalten. Aktuell widmet sich ein VR-Projekt in unserer Pipeline der Zielgruppe „Menschen mit Demenz“.

Frau Mack, wir danken für das Gespräch.

Interview: Sabine Fisch

Nora Mack, BSc. MBA

Managerin des Medizintechnik-Clusters der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria