INnovation
Gesundheit
Oberösterreich
26.04.2022

„Die Community Nurse ist keine Einzelkämpferin, sondern fachlich versierte Netzwerkerin“

Demnächst werden in Österreich über 190 Diplomkrankenpflegerinnen und -pfleger im Rahmen von 123 EU-finanzierten Pilotprojekten als Community Nurses an den Start gehen.

Das Jobprofil ist innovativ: Community Nurses vereinen diplomierte Pflegekompetenz mit wohnortnaher Gesundheitsförderung, Prävention, Beratung und Nahtstellenmanagement zwischen Sozialbereich und Gesundheit. Im Pilotzeitraum wird der Fokus auf älteren Menschen und ihren Angehörigen liegen. Auch die Vinzenz Gruppe bringt sich mit ihrer Expertise sowie dem umfassenden Expertinnen- und Expertennetzwerk ihrer Gesundheitsparks in vier dieser Projekte ein. Über das Zukunftspotenzial des neuen Versorgungskonzepts sprach INGO mit Barbara Klemensich, strategische Leiterin der Ausbildungsplattform und Vorsitzende des Pflegemanagementteams der Vinzenz Gruppe, und Sigrid Miksch, Leiterin der Stabsstelle Gesundheitsparkmanagement der Vinzenz Gruppe.

INGO: Welche Aufgaben hat eine Community Nurse und was unterscheidet sie von der klassischen Hauskrankenpflege?

Barbara Klemensich: Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. International versteht man unter Community Nurses Pflegekräfte, die professionelle häusliche Pflege durchführen. Also mehr oder weniger das, was hierzulande die Hauskrankenpflege macht. Diese ist eine zentrale und wohnortnahe Ansprechpartnerin für Pflegebedürftige und deren Familien. Beratung von zu Pflegenden und deren Angehörigen, die Koordination der verschiedenen Leistungen, Prävention und Gesundheitsförderung sind Handlungsfelder, die bereits jetzt im Berufsbild der gehobenen Gesundheits- und Krankenpflege umfasst sind und die sich selbstverständlich aus dem Regierungsprogramm auch für die Community Nurse ableiten lassen. Der Regierung geht es bei der Etablierung der Community Nurse aber auch um erweiterte Funktionen in der Versorgungslandschaft, und es ist unbestritten, dass wir diese dringend brauchen, um die Herausforderungen in diesem Bereich in Zukunft bewältigen zu können.

In den österreichischen Pilotprojekten soll die Community Nurse die realen gesundheitsbezogenen und sozialen Bedürfnisse der Menschen in der betreffenden Region erheben und sie mit darauf zugeschnittenen Angeboten beantworten. Dabei agiert sie eng vernetzt mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen. Kurzum: Sie informiert, interveniert, koordiniert und organisiert das, was diese Patienten und ihre Familien konkret brauchen. Das hat präventiven Charakter, beinhaltet das proaktive Aufsuchen von Personen und konzentriert sich vorerst auf ältere, daheim lebende Menschen und ihre pflegenden Angehörigen. Das Ziel ist es, die Selbstständigkeit und Gesundheit betagter Menschen so lange wie möglich zu erhalten, Krankheiten früh zu erkennen, die Verschlechterung bestehender Leiden hintanzuhalten und sozialen Problemen wie Vereinsamung oder – im Fall der Angehörigen – Überforderung aktiv entgegenzuwirken. So sollen Betroffene an Lebensqualität gewinnen und zugleich die explodierenden Kosten im krankheits- und krankenhauszentrierten Gesundheitssystemen eingedämmt werden. Es handelt sich um wichtige, ergänzende Angebote für die Menschen in den Gemeinden und damit ein breiteres Aufgabenfeld. International sind damit allerdings Pflegende auf Masterniveau betraut. Die so genannten Community Health Nurses. 

"Sie informiert, interveniert, koordiniert und organisiert das, was diese Patienten und ihre Familien konkret brauchen", beschreibt Barbara Klemensich die Aufgaben einer Community Nurse.

Sigrid Miksch: Mit den großen Themenfeldern Gesundheitsförderung, Prävention, soziale Integration und Vernetzung mit jeder Versorgungsstufe füllt die Community Nurse in Zeiten einer alternden Bevölkerung und der rasanten Zunahme chronischer Erkrankungen eine große Lücke in der Versorgungs- und Pflegelandschaft. Das kann die Hauskrankenpflege, die ohnehin mit Personalmangel zu kämpfen hat, unmöglich vollumfänglich abdecken. Die Community Nurse steht aber nicht in Konkurrenz zu ihr, sondern ist eine wichtige Ergänzung. Nicht zuletzt als Unterstützung der pflegenden Angehörigen und der Stärkung der Gesundheitskompetenz der Menschen. 

Welche Voraussetzungen muss eine Community Nurse in Österreich mitbringen?

Klemensich: Um in den aktuellen Pilotprojekten als Community Nurse tätig zu sein, braucht man das Gesundheits- und Krankenpflegediplom plus zweijährige Berufspraxis in Vollzeit. Das sehe ich allerdings eher als Zwischenschritt – der gut und wichtig ist –, aber langfristig wird man das Berufsbild nach internationalem Vorbild zur Community Health Nurse ausbauen müssen. Grundlage für den Zusatz „Health“ und damit verbundene erweiterte Befugnisse ist ein Masterstudium zum Advanced Nursing Practitioner (ANP). Solche Studiengänge gibt es bereits in Österreich. Die Community Nurses in diese Richtung zu lenken halte ich für sinnvoll, da ANPs auch Steuerungsaufgaben und noch mehr Verantwortung übernehmen können. Etwa im Rahmen von Disease-Management-Programmen.

Aus gesundheitsökonomischer Sicht wird man auch bei uns dieses umfassendere Kompetenzpaket brauchen, um den künftigen Herausforderungen im Gesundheitswesen effektiver begegnen und die stetig wachsenden Bedarfe abdecken zu können. Dazu ist die Bereitschaft, der  topausgebildeten Pflege mehr Verantwortung im System zu übertragen, essenziell. Ich bin auch sehr dafür, dass man jetzt schon – also für die bald an den Start gehenden Programme – nach ANPs Ausschau hält. Je mehr man diese bereits heute einsetzen kann, desto besser wird man für die Zukunft gerüstet sein.

Welche Rolle spielt die Vinzenz Gruppe bei vier der geförderten Pilotprojekte? Und welches Interesse hat die Vinzenz Gruppe an Community Nurses?

Miksch: Die Community Nurses arbeiten direkt für die Gemeinden, Städte und Sozialhilfeverbände, die sich für die Pilotprojekte beworben haben. Über ihre Gesundheitsparks hat die Vinzenz Gruppe vier davon bei der Konzeption und den Bewerbungen unterstützt und tut dies auch jetzt zum Beispiel bei projektbezogenen Initiativen und Fortbildungen. Wir sind aktiv eingebundener Netzwerk- und Kooperationspartner, vor allem mit der geballten Expertise, die wir in unseren Gesundheitsparks zur Verfügung haben – von den diversen Fachärzten über Psycho- und Physiotherapeutinnen und -therapeuten bis hin zu Logopäden und Sozialarbeiterinnen. Und natürlich dem direkten Draht zu unseren Spitälern, Reha- und Pflegeinrichtungen. Thema ist auch Social und Spiritual Care mit den entsprechenden Kontakten zur Seelsorge. In der Kultur der Vinzenz Gruppe sind Glaubensfragen ja tief verankert und gerade im Krankheitsfall werden diese oft wieder sehr relevant.

"Die Community Nurses arbeiten direkt für die Gemeinden, Städte und Sozialhilfeverbände, die sich für die Pilotprojekte beworben haben", erklärt Sigrid Miksch.

Ebenso beraten und begleiten wir aber auch die Community Nurses. Sie können an den fachlichen Weiterbildungen und geplanten Tele-Care-Sitzungen unserer Einrichtungen teilnehmen, wir machen Unterstützungsangebote, organisieren Treffen zwischen den Netzwerkpartnern und fördern den persönlichen Kontakt in jeglicher Weise. Dass Community Nurses keine Einzelkämpferinnen, sondern Netzwerkerinnen sind, kommt also sowohl ihrer Klientel als auch ihnen selbst zugute. Auf Bundesebene hat übrigens auch die GÖG eine Kommunikationsplattform für sie installiert. 

Umgekehrt ist es für die Vinzenz Gruppe interessant, die Community Nurses in ihr Netzwerk zu integrieren. Sie passen perfekt zur Gesundheitsparkidee der bestmöglichen wohnortnahen und sektorenübergreifenden Gesundheitsversorgung. Mit ihrem Tätigkeitsfeld im direkten Lebensumfeld der Menschen sind sie für uns eine optimale Ergänzung.

Was wird sich in den vier Projektregionen durch die Community Nurses verändern?

Miksch: Durch die neuen Projekte bekommen unterversorgte Regionen ein Gesamtpaket aus der Präsenz der Community Nurse vor Ort, modernen digitalen und individuellen Services sowie allen Vorteilen des Nahtstellenmanagements. Bei Spezialfragen wie zum Beispiel zu Demenz, Onkologie, Diabetes oder Wundversorgung kann die Community Nurse jederzeit das Expertinnen- und Expertennetzwerk der Vinzenz Gruppe hinzuziehen. Neben vorausschauenden Maßnahmen oder der raschen Einleitung von Problemlösungsstrategien spielt außerdem die Sekundärprävention eine Rolle. Nach einem Spitalsaufenthalt, etwa aufgrund eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls, unterstützt die Community Nurse Betroffene, wenn sie wieder zu Hause sind.

Klemensich: Die Verweildauern in Spitälern sind heute viel kürzer als früher. Wenn die dort Versorgten wieder zu Hause sind, stehen sie oft vor Fragen. Hier kann und soll die Fachkompetenz der Pflege sehr viel stärker ins Spiel kommen, um die Spitalsambulanzen zu entlasten und unnötige Kosten durch den so genannten Drehtüreffekt zu vermeiden. Der entsteht, wenn Menschen verunsichert sind. Die Patientin oder der Patient weiß vielleicht nicht, ob es normal ist, wie eine Wunde aussieht. Dann tut die oder der Betreffende entweder zu lange nichts und kommt zu spät in Behandlung oder der Ambulanzbesuch stellt sich als unnötig heraus. Derzeit fehlt eine nahbare Ansprechperson, die sich so etwas ansieht und beurteilt, ob Handeln geboten ist oder nicht, die Fachfragen beantwortet, die Menschen beruhigt und anleitet. Nicht für jede Fragestellung muss man einen Arzt konsultieren, das kostet einfach zu viele Ressourcen. 

"Nicht für jede Fragestellung muss man einen Arzt konsultieren, das kostet einfach zu viele Ressourcen", konstatiert Klemensich.

Miksch: Neben dem persönlichen Kontakt zur Community Nurse werden wir auch das Potenzial der Telemedizin stärker nutzen, zum Beispiel für eine solche Wundenbegutachtung oder für digitale Sprechstunden. Auch in die interdisziplinäre und ortsübergreifende Zusammenarbeit werden solche modernen Formate hineinspielen.

Klemensich: Die orts- und trägerübergreifende Zusammenarbeit ist enorm spannend. Besonders die Kooperation zwischen Niederösterreich und Wien finde ich bemerkenswert, die läuft zwischen den drei niederösterreichischen Gemeinden Maria Anzbach, Asperhofen und Altlengbach und unserem Pflegeheim St. Luise in Maria Anzbach sowie dem Gesundheitspark Göttlicher Heiland in Wien mit seinem Schwerpunkt auf den alten Menschen. In dieser zersiedelten und strukturschwachen Region sind ein Sechstel der Bewohner über 75 Jahre alt, viele davon mit Mindestpension. Fachärzte sind rar und manchmal ohne Kassenvertrag, die wenigen Hausärzte stehen kurz vor der Pensionierung. Auch Isolation ist ein großes Thema. Durch die Community Nurse rücken nun medizinische, therapeutische und soziale Angebote wieder näher an die Einheimischen. Bis jetzt ist eine bundesländerübergreifende Zusammenarbeit noch eine Seltenheit.

Miksch: Meiner Meinung nach wird das Zusammenspiel mehrerer Partner überhaupt viel bewegen. In Oberösterreich ist beispielsweise Puchenau am Stadtrand von Linz eine der Pilotgemeinden. Die Einwohner zählen zu den ältesten Oberösterreichs, die Community Nurse mit dem Projektschwerpunkt auf ältere Menschen wird also ein breites Betätigungsfeld vorfinden. Dabei wird sie mit dem Gesundheitspark Ordensklinikum Linz zusammenarbeiten.

Ein anderes Projekt basiert auf den Synergien zwischen dem Krankenhaus Barmherzige Schwestern Ried und dem dazugehörigen Gesundheitspark, dem Verein gesundes Ried sowie dem Sozialhilfeverband Ried im Innkreis. Und ein großstädtisches „Grätzelnetzwerk“ für 75-Plusser wird von einer Community Nurse im Gesundheitspark Herz-Jesu in Wien vorangetrieben werden.

Eine Besonderheit ist es außerdem, dass die Community Nurses in allen diesen Projekten an ihren E-Autos oder E-Bikes erkennbar sein werden. Wir kümmen uns aber nicht nur um deren Mobilität, sondern auch um jene der Bevölkerung. So ist etwa eine Zusammenarbeit mit dem niederösterreichischen Verein EMMA (kurz für „Elektromobil Maria Anzbach“) geplant, der Fahrtendienste und Ähnliches organisiert. Freiwilligenarbeit wie diese und Bürgerbeteiligung wollen wir grundsätzlich ausbauen. Nicht zuletzt möchten wir dazu anregen, Gemeinden demenzfreundlich zu gestalten. Gerade auch in puncto Verkehr – wie gestaltet man ihn so, dass sich Demenzbetroffene zurechtfinden?

Es gibt jedenfalls vielfältigste Themen, an denen eine Community Nurse ansetzen kann, von Bewegungs- und Ernährungsprogrammen bis hin zu kulturellen Aktivitäten oder Vernetzung mit Selbsthilfegruppen. Gerade jetzt in Coronapandemie hat man wieder deutlich gesehen, wie wichtig tragfähige soziale Netze sind.

Also könnte die Community Nurse ihre Kompetenzen auch in Ausnahmesituationen wie der Pandemie perfekt einbringen?

Klemensich: Ja, auf jeden Fall. Die Pandemie hat zur Überlastung der aktuellen Gesundheitsversorgung geführt. Fehlende Public-Health-Strategien und zu geringe Gesundheitskompetenz Einzelner haben uns sehr gefordert. Corona ist also ein gutes Beispiel für potenzielle Aktivitäten einer Community Nurse. In diesem Fall könnte das von Information – etwa zu Hygienefragen, dem richtigen Maskentragen oder rund um Schutzimpfungen – bis zum Beistand in isolierten Lebenslagen wie Lockdown und Quarantäne reichen. Staatliche Awarenessprogramme und Bekanntmachungen erreichen nun einmal nicht alle Menschen. Die Community Nurse ist vor Ort und kann jede Frage beantworten, zum Beispiel wenn sich jemand aufgrund der sich im Pandemieverlauf ändernden Maßnahmen nicht mehr auskennt. Diese Präventions- und Informationsaufgaben scheinen kleine, punktuelle Dinge zu sein, in Summe entlasten sie aber das Gesundheitssystem beträchtlich. 

Wie attraktiv ist die Option, als Community Nurse tätig zu werden, für diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal? 

Miksch: Ich denke, wenn man den Pflegeberuf ergreift, arbeitet man generell gern mit Menschen und hat Freude daran, sie zu unterstützen und ihnen zu helfen. Eine Community Nurse ist hautnah am Lebensgeschehen ihrer Klientel dran und kann direkt wirken. Zudem ist es im Moment noch Pionierarbeit mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten. Persönlich stelle ich mir das als eine sehr, sehr schöne Aufgabe vor. Und auf jeden Fall ist es ein weiterer möglicher Karrierepfad innerhalb des Berufs.

"Eine Community Nurse ist hautnah am Lebensgeschehen ihrer Klientel dran und kann direkt wirken", meint Miksch.

Klemensich: Meiner Ansicht nach wird sich das noch verstärken, wenn sich das Jobprofil der Community Health Nurse durchsetzt. Die erweiterten Kompetenzen wie das Führen von Gesprächen zur Gestaltung häuslicher Pflegearrangements inklusive emotionaler Unterstützung sowie das Einplanen von Entlastungsstrategien für das Familiensystem sind eine echte Aufwertung für den Beruf. 

Kann man als Community Nurse auch eine eigene Praxis eröffnen und bekommt Leistungen von den Krankenkassen bezahlt?

Miksch: Bei den Pilotprojekten, an denen wir beteiligt sind, sind die Community Nurses großteils angestellt. Die Gelder dafür kommen aus EU-Mitteln. Aber sicherlich könnte man den Beruf auch im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit ausüben, je nach Übereinkunft mit der betreffenden Gemeinde oder dem jeweiligen Sozialhilfeträger. Wir von der Vinzenz Gruppe stehen Selbstständigkeit im Prinzip offen gegenüber, auch in unseren Gesundheitsparks gibt es Pflegekräfte mit eigener Praxis. Wir ermutigen Pflegekräfte zudem, sich selbstbewusst mit pflegerischer Fachkompetenz niederzulassen – wie beispielsweise als Pain Nurse, Demenz- oder Diabetesschwester – und weniger basierend auf alternativen Angeboten wie Yoga oder Shiatsu. Schließlich beruht der Pflegeberuf auf profundem Know-how und hochwertigen Ausbildungen. Für vergleichbare Bestrebungen von Community Nurses gilt natürlich dasselbe. Mir ist wohl bewusst, dass die Tatsache, dass Krankenkassen Pflegeleistungen bislang nicht refundieren, noch ein Hemmschuh ist. Das versucht man auf gesetzlicher Ebene zu ändern und auch wir machen uns dafür stark. 

Klemensich: Schon allein im Sinne der Chancengleichheit – es gibt viele Menschen, die diese Leistungen brauchen, sie sich aber nicht leisten können. Krankenkassen-Refundierung wäre eine wesentliche Grundlage dafür, dass mehr diplomierte Pflegekräfte eine eigene Praxis betreiben können. Auch manche Community Nurse könnte später davon profitieren. Ihre Etablierung ist übrigens auch eine Chance, den Benefit solcher Leistungen vor Augen zu führen.

Die Laufzeit der geförderten Projekte endet 2024. Wie soll es nach der Pilotphase weitergehen?

Klemensich: Für ganz wichtig halte ich die Umsetzungsmöglichkeit in einem kleinen und kontrollierten Umfeld und die regelmäßige Überprüfung der Pilotversion mit Betroffenen und Stakeholdern. Ich hoffe, dass sich bei der Evaluierung der Mehrwert, den Community Nurses für die Zusammenarbeit zwischen den Sektoren haben, so deutlich zeigen wird, dass sie künftig nicht mehr wegzudenken sind. Und dass vor allem der Trend in Richtung Community Health Nurses einen kräftigen Schub bekommt. Denn diese sind die langfristig effektivste Lösung für die Probleme im Gesundheitssystem. Neben den älteren Bevölkerungsgruppen gäbe es noch viel mehr Einsatzgebiete für sie wie etwa Schulen oder medizinische Versorgungszentren. Wir brauchen diese besonderen Fachkräfte und wir brauchen sie auf hohem fachlichen Niveau.

Interview: Uschi Sorz, Fotos: Digitales Handwerk, Werner Harrer, www.depositphotos.com

 

Barbara Klemensich,

Strategische Leiterin der Ausbildungsplattform und Vorsitzende des Pflegemanagementteams der Vinzenz Gruppe

Klemensich hatte ab 1993 unterschiedliche Führungspositionen im Wiener Gesundheitsverbund inne, 2010 wechselte sie in die Vinzenz Gruppe. Sie war dort Plegedirektorin im Orthopädischen Spital Speising und viele Jahre in der Lehre tätig. Seit 2020 ist sie Vorsitzende des Pflegemanagementteams und strategische Leiterin der der Ausbildungsplattform der Vinzenz Gruppe.

Sigrid Miksch,

Leiterin der Stabsstelle Gesundheitsparkmanagement der Vinzenz Gruppe

Miksch war von 2007 bis 2013 Mitarbeiterin in der Kommunikationsabteilung des Ordensklinikums Linz Barmherzige Schwestern. 2013 begann sie mit dem Aufbau des neu geschaffenen Servicebereichs „Zuweiserbeziehungsmanagement und Marketing“ und leitete diesen bis 2021. Zusätzlich übernahm sie 2017 den Aufbau des Gesundheitsparks des Ordensklinikums Linz. Seit 2021 leitet sie die Stabsstelle Gesundheitsparkmanagement der Vinzenz Gruppe. Für den Gesundheitspark des Ordensklinikums Linz ist sie nach wie vor als Managerin tätig.

 

 

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