INnovation
Gesundheit
Oberösterreich
26.04.2023

SMAPP: Hilfe, wo Hilfe gebraucht wird

Im Rahmen der Konferenz „Forum Hospital Management“ stellt der Gesundheitsdienstleister VAMED sein Projekt SMAPP vor. Ein Projekt, mit dem die Gesundheitsvorsorge in Entwicklungsländern verbessert und den Menschen vor Ort entscheidend geholfen werden soll.

Bereits zum 19. Mal findet am 11. Mai 2023 das Forum Hospital Management statt. Die Konferenz richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus dem Gesundheitswesen, der pharmazeutischen Industrie und dem medizinisch-technischen Bereich. Präsentiert und diskutiert werden dabei nationale und internationale Praxisbeispiele innovativen Health Care Managements; organisiert wird das Forum Hospital Management vom AKH Wien, der Wirtschaftsuniversität Wien und der Vinzenz Gruppe. Die Veranstaltung am Wiener Erste Campus trägt diesmal den Titel „Mangel: Resignation oder zum Aufbruch bereit“, um gemeinsam Antworten auf Fragen wie „Wie gehen wir mit Mangel um? Was macht der Mangel mit uns und unserer Gesellschaft? Finden wir neue Lösungen oder müssen wir lernen, mit Verzicht zu leben?“ zu suchen. Neben Weltbestsellerautor Marc Elsberg oder WIFO-Direktor Univ. Prof. MMag. Gabriel Felbermayr wird dabei auch Dr. Klaus Schuster, COO der VAMED Management und Service GmbH, unter dem Titel „SMAPP-Module – Primärversorgung unter Knappheit“ als Vortragender mit dabei sein.

Klare Zielsetzung

Im Fokus dieses VAMED-Projekts: Regionen in der Welt, in denen Gesundheitsvorsorge noch immer eine Herausforderung darstellt. So haben in Afrika drei Viertel der ländlichen Bevölkerung keinen Zugang zur medizinischen Grundversorgung: Diese konzentriert sich in vielen Ländern auf die Städte, während ein Großteil der Bevölkerung allerdings auf dem Land lebt. So betrug bereits 2018 der Grad der Urbanisierung in Europa 74 Prozent, während er in Afrika gerade einmal bei 43 Prozent lag. Die dort herrschende medizinische Unterversorgung liegt zum einen an einem akuten Mangel an Gesundheitspersonal, zum anderen an der fehlenden Infrastruktur wie Stromnetz oder Straßenausbau. 

VAMED, weltweit führender Gesamtanbieter für Krankenhäuser und andere Einrichtungen im Gesundheitswesen mit Firmensitz in Wien, arbeitet seit 2020 an einem Projekt, das die Probleme der fehlenden Gesundheitsversorgung bekämpfen soll: Smart Health Posts+App – kurz: SMAPP – ist eine Kombination aus medizinischen Leistungen vor Ort und Telemedizin (siehe dazu https://www.smapp-forglobalhealth.com/about). „Mit SMAPP ermöglicht VAMED qualifiziertem Gesundheitspersonal, die medizinische Grundversorgung direkt an Ort und Stelle anzubieten, während die telemedizinische Plattform eine Verbindung zu Ärzten regionaler Krankenhäuser oder Spezialist*innen von Universitätskliniken, die Teil des VAMED-Netzwerks sind, herstellt.“, sagt VAMED. Mit rund 1.300 involvierten Ärztinnen und Ärzten weltweit können Patient*innen die benötigte medizinische Betreuung erhalten, ohne dass sie lange Wege auf sich nehmen müssen. Dabei verfolgt das Projekt die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklungen. 

Um eine sinnvolle medizinische Versorgung zu gewährleisten, werden sogenannte „Smart Health Posts“ bereitgestellt: Kleine Container, in denen Gesundheitsfachkräfte oder Community Health Workers zusammen mit Fachärztinnen und -ärzten medizinische Versorgung anbieten. Durch die richtige Aufklärung soll zudem sowohl das lokale Personal als auch die Bevölkerung am Land in Sachen Gesundheitskompetenz geschult werden. Patient*innen wiederum haben die Möglichkeit, verschiedene Dienstleistungen, wie ein EKG, eine Sonographie, aber auch Laborleistungen in Anspruch zu nehmen. Das Programm der VAMED zielt darauf ab, das Know-how im Gesundheitswesen zu stärken – dort wo es notwendig ist. Die „Smart Health Posts“ versorgen sich autark mit Strom und Wasser und auch die Abwasserentsorgung ist so geregelt, dass sie Nachhaltigkeitsstandards erfüllt.

"SMAPP ermöglicht es qualifiziertem Gesundheitspersonal, die medizinische Grundversorgung direkt an Ort und Stelle anzubieten", erklärt VAMED.

Erste Planungen

Einige medizinische Dienstleistungen können darüber hinaus von zu Hause auf dem Smartphone abgerufen werden. So können Patient*innen in der SMAPP-App nach Symptomen suchen, Termine vereinbaren und ihren eigenen Gesundheitszustand überprüfen, indem beispielsweise die Vitalparameter überwacht werden können. Die Termine für die Telemedizin werden von SMAPP-Mitarbeiter*innen vor Ort organisiert. So wird es möglich, auf das Wissen von Spezialist*innen auf der ganzen Welt via Videocall zuzugreifen. Ganz egal ob Diagnostik, Beratung oder medizinische Notfallversorgung. Gerade für ländliche und abgelegene Gebiete ist das ein essenzieller Bereich in der medizinischen Versorgung.

In Ghana werden bereits die ersten Mini-Ambulanzen mit SMAPP geplant. So sollen dort fünfzig „Smart Health Posts“ errichtet werden, in denen unter anderem die erwähnten Dienstleistungen (EKG, Ultraschall und Laborleistungen) angeboten werden; die dafür bereitgestellten Container sind aufgrund installierter Photovoltaik-Anlagen vom Stromnetz unabhängig. Da die Mobilfunkversorgung in der Region sehr gut ausgebaut ist, können Patient*innen einfach per Smartphone Kontakt zu den Gesundheitsstützpunkten aufnehmen und so eine niederschwellige medizinische Grundversorgung erhalten. Über Videocalls in den Containern treten sie mit Ärzt*innen und Spezialist*innen in Kontakt. Damit können bis zu 800.000 Patientinnen und Patienten im Jahr versorgt sowie die Pro-Kopf-Kosten sehr niedrig gehalten werden. VAMED: „Damit wird hochqualitative medizinische Versorgung dorthin gebracht, wo sie dringend benötigt wird.“

Seinen Vortrag „SMAPP-Module – Primärversorgung unter Knappheit“ wird Klaus Schuster im Rahmen des Forum Hospital Management 2023 ab 15:15 Uhr präsentieren. Beginn der Veranstaltung am Erste Campus (Am Belvedere 1, 1100 Wien) ist 9:00 Uhr. Details zum 19. Forum Hospital Management finden sich hier: https://www.vinzenzgruppe.at/veranstaltungen/forum-hospital-management

Text: Resi Reiner Fotos: SMAPP/Smart Health Post © VAMED, Dr. Klaus Schuster © VAMED

Haben Ihnen diese Artikel gefallen?

Erhalten Sie regelmäßig alle relevanten Nachrichten aus dem österreichischen Gesundheitswesen.