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Gesundheit
Oberösterreich
25.07.2022

„Wir behandeln Brustkrebs-Patientinnen wohnortnahe nach höchsten Standards!“

Wissen austauschen und Kontakte vertiefen: Beim 1. Mamma Forum Innviertel setzten sich Expert*innen aus allen drei Krankenhäusern der Region mit aktuellen Fragen zur Brustgesundheit auseinander. „Premiere gelungen, Fortsetzung folgt“, resümiert Organisator Peter Wurm vom Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried. 

Warum ein eigenes Mamma Forum nun auch im Innviertel? 

Peter Wurm: Das Mammakarzinom ist nach wie vor die häufigste maligne Erkrankung bei Frauen. Jede zehnte Frau in Österreich muss im Lauf ihres Lebens mit dieser Diagnose rechnen. Durch frühzeitige Erkennung und modernste Verfahren in Diagnose und Therapie können drei von vier Patientinnen heute dauerhaft geheilt werden. Dabei ist Vernetzung wichtig, damit auch Frauen abseits der Ballungsräume von moderner Spitzenmedizin profitieren. Jedes der drei Innviertler Spitäler verfügt über ein Brustgesundheitszentrum und kann standortübergreifend auf Ressourcen von Netzwerken zurückgreifen, zum Beispiel im Tumorzentrum Oberösterreich. Darüber hinaus wollen wir uns auch mit unseren Partnern in der Region noch enger vernetzen.

Was trägt das Mamma Forum Innviertel dazu bei? 

Wir wollen für unsere ärztlichen Partner*innen in Zuweisung und Nachsorge einen interessanten Querschnitt über aktuelle Aspekte der Brustgesundheit bieten. Das machen wir mit einem thematisch breit gefassten Angebot an Fachvorträgen, wobei die Referent*innen aus allen drei regionalen Häusern kommen: dem Krankenhaus St. Josef Braunau, dem Klinikum Schärding und dem Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried, das diesmal mit seinem Seminarzentrum auch Gastgeber des Forums war. Eingeladen haben die Leiter der drei Innviertler Brustgesundheitszentren gemeinsam, also Gottfried Hasenöhrl aus Braunau, Christoph Kopf aus Schärding und ich. 

Um welche Themen ging es dabei konkret? 

Christoph Kopf selbst stellte onkoplastische Operationen vor, die im Klinikum Schärding gemacht werden. Reinfried Hofmann aus Braunau befasste sich mit der operativen Therapie bei der Krebsvorstufe DCIS, Michael Meinhart aus Ried informierte über die aktuelle Rolle der Radiologie in der Brustgesundheit. Aufschlussreich war auch der Vortrag von Ernst Rechberger über aktuelle Therapieoptionen bei Hirnmetastasen des Mammakarzinoms. Und Walter Dirschlmayer, Leiter unserer Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried, beleuchtete grundsätzlich die Sinnhaftigkeit von Brustgesundheitszentren und Zertifizierungen. Dabei wurde deutlich, wie durch die breite Fachkompetenz vor Ort und die interdisziplinäre Zusammenarbeit eine wohnortnahe Versorgung nach höchsten Standards für Brustkrebs-Patientinnen im Innviertel sichergestellt wird

"Fachartikel kann ich auch daheim lesen, aber das ersetzt nicht den fachlichen Austausch und die persönliche Kommunikation."

Wie ist die Veranstaltung angekommen? 

Wir konnten eine erfreuliche Zahl an Teilnehmer*innen aus dem niedergelassenen Bereich begrüßen, insbesondere Allgemeinmediziner*innen, Chirurg*innen, Gynäkolog*innen, Internist*innen und Radiolog*innen. Wir haben in den Gesprächen großes Interesse bei unseren Zuweiser*innen gespürt, die wissen wollen: Was sind das für Zentren, in die ich meine Patientinnen schicke? Wie werden sie dort weiterbehandelt? Wie ist der Outcome? Was ist zu tun, wenn sie zur Nachsorge wieder zurück in die Ordination kommen? Neben der Information konnten wir auch viele Kontakte weiter intensivieren. Deshalb war es auch richtig, dass wir mit dem Termin zugewartet haben, bis wieder eine Präsenzveranstaltung möglich war. Fachartikel kann ich auch daheim lesen, aber das ersetzt nicht den fachlichen Austausch und die persönliche Kommunikation.

Wird es auch ein zweites Mamma Forum Innviertel geben? 

Auf jeden Fall, wir werden das weiter durchziehen, jährlich abwechselnd in den drei Häusern. Das Feedback der Teilnehmer*innen war ausgezeichnet. Das Netzwerk zwischen den Krankenhäusern in Braunau, Ried und Schärding und auch mit dem niedergelassenen Bereich ist ja bereits sehr gut, das muss man pflegen. Das Mamma Forum war ein weiterer Beweis für die Intensität der Zusammenarbeit. Mehr Miteinander, weniger Nebeneinander – das ist wichtig, auch gesundheitsökonomisch.

Interview: Josef Haslinger; Fotos: Krankenhaus Barmherzige Schwestern Ried

Peter Wurm, Dr.

Leiter das Brustgesundheitszentrums Ried

Wurm hat in Innsbruck Medizin studiert, die Ausbildung zum Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe am AKH Linz absolviert und war dort (bzw. im Kepler Universitätsklinikum) schwerpunktmäßig als Brustchirurg tätig. Seit 2020 ist Oberarzt Wurm 2. stellvertretender Leiter der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried sowie Leiter das Brustgesundheitszentrums Ried. Er ist zertifizierter Senior-Mammaoperateur (Onkocert) und betreibt eine Facharztordination in Thalheim bei Wels.

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