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Die aktuelle Zahl: 93

Aktuelles

93 Prozent der Wiener Ärztinnen sehen Mutterschaft als strukturellen Nachteil im Berufsalltag. Eine Befragung der Wiener Ärztekammer beleuchtet die Arbeitsrealität von Medizinerinnen.

Text: Birgit Kofler

93 Prozent der Wiener Ärztinnen sagen, dass Mutterschaft im ärztlichen Berufsalltag strukturelle Nachteile mit sich bringt, etwa durch reduzierte Karrierechancen, geringere Planbarkeit oder fehlende Entlastungsstrukturen. Das zeigt eine Befragung von Meinungsforscher Peter Hajek im Auftrag der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien. Im Vorfeld des Internationalen Frauentags am 8. März gibt die Studie einen bemerkenswerten Einblick in die aktuelle Arbeitsrealität von Medizinerinnen.

Zwar sind 75 Prozent der Ärztinnen mit ihrer Karriereentwicklung zufrieden, wobei niedergelassene Ärztinnen damit deutlich zufriedener sind als angestellte (88 Prozent versus 69 Prozent). Doch im Berufsalltag bestehen nach wie vor erhebliche Hürden und Missstände. Zwei Dittel (64 Prozent) der Ärztinnen geben an, im Lauf ihrer Karriere bereits mit Benachteiligungen konfrontiert gewesen zu sein. Sechs von zehn Ärztinnen waren mit geringschätzigen Bemerkungen konfrontiert – sei es von Seiten der Kollegenschaft und Vorgesetzen (59 Prozent) als auch von Patient*innen (60 Prozent). 62 Prozent wird überdies Misstrauen durch Patient*innen gegenüber ihrer Kompetenz entgegengebracht. Familienplanung und Kinderbetreuung sind für jede zweite Ärztin (52 Prozent) die größten Karrierehindernisse. 61 Prozent der niedergelassenen Ärztinnen sehen einen dringenden Bedarf von flexiblerer Regelung der Einzelordinationen mit Kassenvertrag.

Titelbild (c) Freepik-Bearbeitung

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