
Zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen in Tirol fühlen sich aktuell stark belastet – die Angst vor Krieg hat die Sorge vor Covid als größte Belastungsquelle abgelöst. Das zeigt die Post-Covid-Kinderstudie der Med Uni Innsbruck.
Rund zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen in Tirol fühlen sich aktuell stark belastet. Das zeigt die kürzlich veröffentlichte Post-Covid- Kinderstudie, die von 2023 bis 2025 die psychische Gesundheit und Resilienz von 262 Kindern im Alter von drei bis 17 Jahren untersucht hat. Es ist die größte Forschungsarbeit zur Belastung von Kindern und Jugendlichen in Tirol seit 2020.
Die Studie wurde an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Medizinischen Universität Innsbruck durchgeführt und vom Land Tirol finanziert. Geleitet hat sie die Klinische und Gesundheitspsychologin Univ.-Prof. in Dr. in Silvia Exenberger. Zu drei Messzeitpunkten wurden die Belastungswerte erhoben: Sie erreichten ihren Höchststand im Pandemiewinter 2021/22, entspannten sich im Sommer 2022 und stiegen im Herbst 2023 erneut an, möglicherweise durch Sorgen vor weiteren Lockdowns und neuen Erkrankungswellen. Danach gingen sie wieder zurück. Inzwischen habe die Angst vor Krieg die Sorge vor Covid als größte Belastungsquelle abgelöst, sagt Studienleiterin Exenberger.
Die stärkste Sorge bereiten den Kindern die Kriege, gefolgt vom Klimawandel und Krankheiten; am wenigsten belastet sie das Thema Armut. Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele kündigt als Reaktion auf die Ergebnisse den Ausbau der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Tirol an – mit mehr stationären und tagesklinischen Plätzen sowie zusätzlichen Kapazitäten in Hall, Zams und St. Johann in Tirol. Das Home-Treatment-Angebot soll verdoppelt werden.
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