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Die aktuelle Zahl: 29 Millionen

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Physiotherapie könnte in der Schlaganfallversorgung jährlich rund 29 Millionen Euro einsparen, so eine Studie im Auftrag von Physio Austria. Der Grund sind vor allem kürzere Krankenhausaufenthalte.

Großes Einsparpotenzial sieht die kürzlich vorgestellte Studie „Physiotherapie in Österreich – eine Relevanzanalyse“ in der Schlaganfallversorgung: In einem mittleren Szenario liegt es bei immerhin 29 Millionen Euro pro Jahr, die Spanne reicht von 10 bis 60 Millionen Euro. Erstellt hat die Studie das Institut Economica im Auftrag von Physio Austria.

Ausschlaggebend sind kürzere Krankenhausaufenthalte. „Die Studie zeigt, dass Physiotherapie im Rahmen koordinierter Frührehabilitation und früher Entlassungsmodelle einen wesentlichen Beitrag dazu leisten kann, Krankenhausaufenthalte zu verkürzen“ “, erklärt Studienautor Martin Gleitsmann, Senior Researcher bei Economica.

In der Analyse wurden anhand ausgewählter Fallbeispiele vier weitere Versorgungssituationen untersucht. Bei chronischen Rückenschmerzen könnten durch konsequente konservative Therapie unter Einbindung der Physiotherapie jährlich Operationskosten von rund 16 bis 34 Millionen Euro vermieden werden, so die Studie. Dazu käme ein Potenzial von 43 bis 87 Millionen Euro durch vermiedene Krankenstandskosten, wenn Physiotherapie gezielt Rückfälle und Chronifizierung verhindert. Bei Kniearthrose beziffert die Studie das Sparpotenzial auf 12 bis 32 Millionen Euro pro Jahr, weil Bewegungstherapie und Trainingsprogramme Operationen hinauszögern und teilweise sogar vermeiden können. Strukturierte Programme zur Sturzprävention könnten darüber hinaus sturzbedingte Hüftfrakturen reduzieren und je nach Szenario bis zu 32 Millionen Euro jährlich einsparen. Als fünftes Beispiel wurde die diabetische Neuropathie untersucht.

Die Autor*innen betonen, dass jede Zahl einen eigenständigen Ausschnitt beschreibt. Eine Gesamtsumme für den Nutzen der Physiotherapie wollen sie bewusst nicht nennen. Die Ergebnisse seien zudem im interdisziplinären Zusammenspiel mit den anderen Gesundheitsberufen zu sehen. Die Berechnungen basieren auf österreichischen Registerdaten und internationaler wissenschaftlicher Evidenz.

Für Constance Schlegl, Präsidentin von Physio Austria, liefert die Studie eine fundierte Basis für die Gesundheitspolitik: „Gerade angesichts einer alternden Bevölkerung, steigender Anforderungen an das Gesundheitssystem und des wachsenden Bedarfs an Rehabilitation und Prävention braucht es eine Stärkung der physiotherapeutischen Versorgung. Die vorliegenden Ergebnisse liefern dafür eine wichtige evidenzbasierte Grundlage.“

Titelbild © magnific/bearbeitet

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