
Mit einer Gesamtwertschöpfung von rund vier Milliarden Euro sind die Ordensspitäler Österreichs nicht nur eine wichtige Säule der Gesundheitsversorgung, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsmotor.
Text: Birgit Kofler
Die 23 Ordensspitäler Österreichs erzeugen eine Gesamtwertschöpfung von rund vier Milliarden Euro. Das zeigt eine Studie der Forschungsgesellschaft JOANNEUM RESEARCH, die von der Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs in Auftrag gegeben wurde. Gemessen am österreichischen Bruttoinlandsprodukt bedeutet das: Jeder 111. Euro, der hierzulande an Wertschöpfung entsteht, geht direkt oder indirekt auf die Ordensspitäler zurück. Mit 41.000 Arbeitsplätzen und rund 1,5 Milliarden Euro Rückflüssen an den Staat hinterlassen die Ordensspitäler einen erheblichen wirtschaftlichen Fußabdruck.
Die Wertschöpfung verteilt sich unterschiedlich auf die Bundesländer. Die stärksten Effekte zeigen sich in Oberösterreich mit 1,76 Milliarden Euro – das entspricht jedem 43. Euro des oberösterreichischen Bruttoregionalprodukts – sowie in Wien mit 847 Millionen Euro, was jedem 130. Euro des Wiener Bruttoregionalprodukts entspricht.
Die wirtschaftlichen Effekte reichen über die Standorte der Ordensspitäler hinaus. Selbst in Bundesländern ohne Ordensspital wird indirekt Wertschöpfung erzeugt – etwa 101 Millionen Euro in Niederösterreich oder 11 Millionen Euro in Vorarlberg.
Die Ordensspitäler beschäftigen direkt rund 20.000 Mitarbeitende (Vollzeitäquivalente). Insgesamt sichern oder schaffen sie jedoch 41.400 Vollzeitarbeitsplätze in Österreich. Das entspricht etwa jedem 92. Arbeitsplatz im Land.
Die Ordensspitäler leisten auch einen erheblichen fiskalischen Beitrag. Die Rückflüsse in das öffentliche Budget betrugen im Jahr 2024 rund 1,5 Milliarden Euro aus Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern. Von jedem Euro, den die Ordensspitäler direkt erwirtschaften, fließen rund 37 Cent zurück an Staat und Sozialversicherungen.
Die Gesamtwertschöpfung hat sich innerhalb von sechs Jahren verdoppelt – von rund zwei auf vier Milliarden Euro. Auch der Anteil der Ordensspitäler an der direkten Bruttowertschöpfung des gesamten Gesundheitswesens ist deutlich gestiegen – und zwar um das 1,5-Fache, von 5,0 Prozent (2018) auf 7,6 Prozent (2024).
Die direkte Bruttowertschöpfung der Ordensspitäler in Höhe von 2,1 Milliarden Euro entspricht in etwa jener des Sektors Forschung und Entwicklung (2,3 Milliarden Euro) und liegt leicht über jener des Sektors Werbung und Marktforschung (1,99 Milliarden Euro). Auch bei der Beschäftigung sind die Ordensspitäler mit großen Wirtschaftssektoren vergleichbar – etwa der chemischen Industrie oder dem Sektor Informationsdienstleistungen.
Die gesamte Studie mit detaillierten Bundesländer-Zahlen und Fotos steht auf der Website der Ordensspitäler Österreich www.ordensspitaeler.at zum Download zur Verfügung.