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Die aktuelle Zahl: 400.000

Aktuelles

400.000 Kinder und Jugendliche erkranken jährlich weltweit an Krebs. Der Awareness-Monat „Golden September" lenkt den Blick auf Hirntumoren, die häufigste krebsbedingte Todesursache im Kindesalter.

Rund 400.000 Kinder und Jugendliche erkranken weltweit jedes Jahr an Krebs. Im September lenkt der internationale Awareness-Monat „Golden September“ die öffentliche Aufmerksamkeit auf diese Erkrankungen, heuer mit besonderem Augenmerk auf Hirntumoren. Während viele Krebsarten im Kindesalter heute gut behandelbar sind, bleiben Hirntumoren die häufigste krebsbedingte Todesursache in dieser Altersgruppe.

In den vergangenen Jahren konnte gezeigt werden, dass es mehr als 100 verschiedene Arten von Hirntumoren bei Kindern und Jugendlichen gibt – eine Einsicht, die die Behandlung grundlegend verändert hat. Die Prognose hängt heute maßgeblich von Tumorart, Lokalisation, molekularen Eigenschaften und den entsprechenden Therapiemöglichkeiten ab. Für alle Hirntumoren des Kindesalters zusammen liegt die 5-Jahres-Überlebensrate in Europa und Nordamerika bei etwa 75 bis 80 Prozent. Diese Zahl verdeckt jedoch große Unterschiede: Bei niedriggradigen Gliomen liegen die langfristigen Überlebensraten häufig bei mehr als 90 Prozent, während hochgradige Gliome und diffuse intrinsische Ponsgliome (DIPG) zu den aggressivsten Tumorerkrankungen im Kindesalter zählen – mit einer mittleren Überlebenszeit von nur zwölf Monaten.

„Der enorme Forschungsbedarf bei Hirntumoren ergibt sich aber nicht nur aus der hohen Mortalität“, so Johannes Gojo, Professor für Pädiatrische Neuro-Onkologie an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der MedUni Wien und des AKH Wien. „Auch die hohe Morbidität stellt die Wissenschaft weiterhin vor große Herausforderungen. Kinder und Jugendliche, die einen Hirntumor überlebt haben, leiden oft unter Spätfolgen, die entsprechende professionelle Betreuung brauchen.“

Aktuelle Forschung zu Hirntumoren im Kindes- und Jugendalter setzt zunehmend auf Präzisionsmedizin: Die molekularen Eigenschaften einzelner Tumoren sollen besser verstanden werden, um daraus personalisierte Therapien abzuleiten. Die MedUni Wien ist an zahlreichen internationalen Studien und Forschungsnetzwerken beteiligt, etwa als koordinierendes Zentrum der MEMMAT-Studie, in der Kinder und Jugendliche mit rezidivierten Medulloblastomen und anderen Tumorarten behandelt werden. Weitere Schwerpunkte liegen auf besonders aggressiven Hirntumortypen, auf der Entwicklung neuer Tumormodelle für die Erforschung von Therapieansätzen im Labor sowie auf Liquid-Biopsy-Verfahren, bei denen Tumorbestandteile aus Körperflüssigkeiten analysiert werden. Da die Erkrankung das Gehirn betrifft, kommt zudem der neuropsychologischen Forschung besondere Bedeutung zu.

Foto: Freepik

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