
90 Prozent der Allergiker*innen in Österreich sind unzureichend versorgt – mit erheblichen Folgen für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wirtschaft.
Trotz wirksamer Medikamente und der Möglichkeit einer allergenspezifischen Immuntherapie bleiben 90 Prozent der Allergiker*innen hierzulande unzureichend versorgt. Darauf wiesen Expert*innen aus Anlass der einsetzenden Pollensaison 2026 hin. Viele Betroffene würden statt auf bewährte, bestens untersuchte Therapien auf Selbstmedikation setzen, so Priv.-Doz.in Dr. in Petra Zieglmayer, Allergologin und Fachärztin für HNO-Heilkunde. „Erst wenn die Beschwerden unerträglich werden, suchen die meisten erstmals einen Arzt auf. So kommt es, dass es von den ersten Symptomen bis zum Beginn einer gezielten Therapie bis zu 15 Jahre dauert! “
Das kann erhebliche Konsequenzen haben, warnt die Expertin. Allergien beeinträchtigen nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch Leistungsfähigkeit und Konzentration. Kinder mit unzureichend behandelter Allergie haben etwa ein höheres Risiko für schlechtere Noten und eine längere Reaktionszeit bei Tests. Dazu kommt, dass sich eine allergische Erkrankung von den oberen in die unteren Atemwege ausweiten und Asthma und neue Allergien auslösen kann. Un- bzw. nicht ausreichend behandelte Allergien haben zudem wirtschaftliche Auswirkungen – aufgrund verminderter Produktivität und Arbeitsausfällen. „Diese vermeidbaren indirekten Kosten betragen pro Patient und Jahr mehr als 2.400 Euro – ein wesentlicher Faktor in wirtschaftlich so angespannten Zeiten“, so Zieglmayer.
Quelle: Pressekonferenz „Pollenjahr 2026: Auftakt, Ausblick & neue Services“, 10.3. 2026, www.polleninformation.at
Bild auf der Basis (c) ÖPID Johannes M. Bouchal bearbeitet