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Postvirale Syndrome: Neuer Lehrgang

Versorgung
Gesundheitsberufe

Ein neuer Universitätslehrgang für Angehörige von Gesundheitsberufen soll das Wissen für eine bessere Diagnostik und individuelle Versorgung von Betroffenen stärken.

Text: Birgit Kofler

Die Medizinische Universität Graz startet einen neuen Universitätslehrgang, der sich der Diagnostik und Therapie postviraler Syndrome widmet. Diese beschäftigen die Wissenschaft schon lange, aufgrund von Long COVID und Post-COVID-Syndromen finden sie auch zunehmend Interesse in einer breiteren Öffentlichkeit.

Postvirale Syndrome zählen zu den großen medizinischen Herausforderungen. Rund zehn Prozent aller Patient*innen entwickeln nach Virusinfektionen ein postvirales Syndrom, mit erheblichen gesundheitlichen, sozialen und volkswirtschaftlichen Folgen.

Auch wenn die Hintergründe und Zusammenhänge von Langzeitfolgen akuter viraler Erkrankungen immer besser entschlüsselt werden, ist der Weg zu Diagnose und Versorgung für viele Betroffene nach wie vor lang. „Genau diese Lücke müssen wir schließen“, sagt DDr. Thomas Weber von der Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin und Leiter des neuen Universitätslehrgangs an der Med Uni Graz.

Für viele Betroffene ist die Suche nach einer passenden Versorgung bei postviralen Syndromen auch deshalb schwierig, weil die Beschwerden unterschiedliche körperliche Bereiche betreffen können und mehrere Gesundheitsberufe zusammenarbeiten müssen. „Viele müssen erst erklären, dass ihre Erkrankung real ist, bevor sie Hilfe bekommen“, so Thomas Weber. Eine sorgfältige Abklärung und ein interprofessioneller Zugang seien daher zentral.

Der neue Universitätslehrgang der Med Uni Graz richtet sich an Ärzt*innen sowie Angehörige anderer Gesundheitsberufe und soll diese dabei unterstützen, Patient*innen mit postviralen Syndromen frühzeitig zu erkennen, korrekt zu diagnostizieren und leitlinienkonforme, individuelle Therapiekonzepte umzusetzen. Aktuelle Erkenntnisse aus der Wissenschaft solle dort ankommen, wo Betroffene Hilfe suchen, also in Ordinationen, Ambulanzen, Pflege und Therapie, so Lehrgangsleiter Weber. Angehörigen von Gesundheitsberufen soll mehr Sicherheit bei der Erkennung, Abklärung und individuellen Betreuung gegeben werden. „Universitäre Weiterbildung hat die Aufgabe, neue wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in die berufliche Praxis zu bringen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Erwin Petek, Vizerektor für Studium und Lehre an der Med Uni Graz, zum neuen Angebot. „Der neue Universitätslehrgang verbindet wissenschaftlich fundierte Inhalte mit der praktischen Erfahrung verschiedener Gesundheitsberufe. Damit schaffen wir eine wichtige Grundlage für eine zeitgemäße und interprofessionelle Versorgung von Menschen mit postviralen Syndromen.“

Gemeinsam lernen für eine bessere Versorgung

Ein besonderes Merkmal des Lehrgangs ist der interprofessionelle Ansatz. Berufsgruppen, die im Alltag gemeinsam für Menschen mit postviralen Erkrankungen da sind, werden auch in dieser Fortbildung zusammengeführt. Thematisch umfasst das Angebot Diagnostik, therapeutische Optionen, aktuelle Forschung und das Management von Post-Acute Infection Syndromes (PAIS). „Da PAIS nicht anhand eines einzelnen Markers erfasst werden kann, ist eine interdisziplinäre Zusammenschau unerlässlich“, so Univ.-Prof.in Dr.in Andrea Grisold vom Diagnostik- und Forschungsinstitut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Med Uni Graz, stellvertretende Lehrgangsleiterin. Der neue Lehrgang ist berufsbegleitend angelegt, auch einzelne Module können als Weiterbildung besucht werden.

Titelbild: v.l.n.r. Lehrgangsleiter Thomas Weber, Vizerektor für Studium und Lehre Erwin Petek und stellvertretende Lehrgangsleiterin Andrea Grisold © Med Uni Graz/Lunghammer

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